In einer erweiterten Ausstellung zeigt das Karl-Mostböck-Archiv Städtebilder des Steyrer Künstlers in der RAIKA Steyr.

Die Eröffnung erfolgte am Donnerstag, den 21. April 2022 und war sehr gut besucht. Ein Besuch der Ausstellung ist noch bis 22. Juni 2022 möglich.

Öffnungszeiten:
Mo.-Do. 08:00-12:00 und 14:0-18:00
Fr. 08:00-12:00

RAIKA Steyr
Bergerweg 1
4400 Steyr

Text zur Ausstellung

Betrachtet man Karl Mostböcks umfangreiches Werk, ist man geneigt zu glauben, es handle sich dabei um in sich abgeschlossene Werkgruppen. Dies trifft aber nur bedingt zu. In Mostböcks Schaffen ist bei genauerer Kenntnis ein durchgehender Kanon zu erkennen, worin folgende drei Aspekte wesentliche sind: Kaligraphie (Duktus von Stift und Pinsel), Komposition und Kolorit. Egal welches Sujet Mostböck in seine Arbeit aufnahm, dieser Kanon bestimmte seine Malerei und Zeichnung. . .

In den frühen Stadtansichten und Landschaftsbildern steckt alles, was Mostböck in den späteren Arbeiten mit den Mitteln von Pinsel und Farben sagen wollte: Exakte Komposition, der Pinsel geführt mit „voller“ oder „gebrochener“ Tusche in Feder und Aquarell, angelegt auf zart grundierten Papieren, die Bildelemente lasziv in sich verwoben. Architektur definiert sich in einem Netz an Linien, während sich die Perspektive im Fluidum der Wasserfarbe verliert. Darstellungen werden zu einem Tropfen Wasser, der in die Unendlichkeit destilliert. Erschaffen und abgetragen zugleich, um den Betrachter mitzunehmen auf eine Reise, dem Sichtbaren entrückt im Malakt, wo alles Wollen abfällt. Erst wieder in den Augen des Betrachters formieren sich die Dinge zur Illusion. . .

Mostböcks Kunst besteht darin, dass sie am Ende nach jahrelanger Übung Kunst ohne Kunstfertigkeit ist ohne eine vorgegebene Methode. Die Unzweiheit von Subjekt und Objekt ist erreicht. Die Kunst folgt den Dingen, wie sie sind – ganz natürlich und spontan. Das Malen malt. Mostböck selbst sagt über seine Malerei: Wenig kann viel aussagen. . . es ist wie ein Kürzel für die Welt. . . die Unschärfe bringt oft das visuell Wahrnehmbare hervor. . .

So stehen Mostböcks Städte- und Landschaftsbilder zwar am zeitlichen Beginn seines künstlerischen Schaffens, weisen aber hin auf die Konstante seiner Intension, wo er auch im späteren „Informel“ immer wieder eintaucht in die psychische Gestimmtheit des Auges, in die Unbeschwertheit, in die transportierte Kurzform, verbunden mit der sicher gehandhabten Technik und der reduzierten Form;
stets begleitet vom innigen Respekt und der Huldigung seiner Vorbilder!