1991 – 2000

In Anerkennung seines jahrzehntelangen über die Grenzen der Stadt Steyr hinaus anerkannten künstlerischen Wirkens wird Karl Mostböck am 27. September 1991 mit der Verleihung der Ehrenmedaille um die Stadt Steyr ausgezeichnet.

Karl Mostböck: „Seit Anfang der 90-er Jahre bemerke ich eine Verschmelzung der einzelnen Elemente meiner Arbeit ineinander, wodurch die Einheit des Universellen spürbar zum Ausdruck kommt, was mich sehr beglückt“. Ich bin mir völlig sicher, dass man schöpferische Kraft nur aus der Stille erwachsen lassen kann. Stille entsteht im Menschen und nicht außen. Wenn man sich selber beruhigt, beruhigt man die Welt. Nun hatte sich der Künstler von der Zen-Malerei losgelöst und ist wiederum zum Informel zurückgekehrt. Informel bedeutete für ihn frei sein: frei sein von den Gesetzmäßigkeiten von Form und Farbe.

Karl Mostböck kehrt zu den kontemplativen von der Zen-Lehre beeinflussten lyrischen Kompositionen zurück. Er ist ein unermüdlicher schaffender Künstler, sein Oeuvre umfasst inzwischen mehrere tausend Arbeiten. Seine skripturale Malerei zeigt nicht nur eine absolut sichere Hand, wie sie eine derartige „Zeichenkunst“ benötigt, sondern sie strahlt auch höchste innere Konzentration aus. Karl Mostböck ist der Maler/Schreiber der großen Zeichen auf einer kleinen Fläche. Seine Werke sind „Kabinettstücke“ der Malerei, sie legen Zeugnis ab von einem bedeutenden Künstler unserer Zeit.

Auch zeichnete sich in den 90iger Jahren die Rückkehr zur Figuration ab, eine von Reduktion und expressiver malerischer Handschrift geprägten Auseinandersetzung mit den Licht und Schattenseiten menschlicher Existenz. Mit impulsivem Pinselduktus geht er Gefühlsmomenten auf den Grund, schildert Stimmungen in intensiver Farbigkeit, die in konzentrierter Spontaneität zu „wilden“ Form- und Farbgeflechten zusammenfinden. In ihrer abstrakten oder figuralen Komplexität zeugen jetzt die Werke von einem lyrischen Abtasten des menschlichen Empfindungsraumes. Die aus der Übereinstimmung von Person und Gestik hervorgehende Spontaneität, -ein wesentliches Element der Zen-Malerei, ist eine wichtige Grundlage seiner Malerei, die sich auch der Tradition des Informel und der Art Brut stellt. Mit reduzierten Stilmitteln formuliert K. Mostböck Zeichen und Figurationen, die sehr authentisch Leidenschaft und gleichzeitige Sensibilität zur Harmonie verbinden. Bestechend sind die Ausgewogenheit und Dichte der Komposition. Seine Bilder atmen Ausgewogenheit und sichere Balance, egal ob es sich um lose, auf dem Bildträger verteilte Figurationen handelt, oder ob er sie enger aneinander rückt. Immer findet ein Pol seinen Gegenpol, immer empfindet man die Spannungsfelder als richtig gesetzt.

Oktober 1994 bis November 1994 präsentiert die oberösterreichische Landesgalerie „Die großen Zeichen des Zen“, eine umfassende Retrospektive auf das künstlerische Werk von Karl Mostböck.

Im Rahmen eines Festaktes erhielt am 17. November 1994 Prof. Karl Mostböck die Ehrenbürgerurkunde der Stadt Grein.

Am 14. März 1996 verleiht der Bundespräsident Prof. Karl Mostböck das „Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse“.

Im Mai 1997 feiern Karl und Herta Mostböck die goldene Hochzeit.