1951 – 1960

Anfang 1950 lernte Mostböck den Steyrer Architekten Heinrich Dunkl kennen, den späteren Ehemann der Schriftstellerin Dora Dunkl, der sich selbst in Paris als Maler versucht hatte und eine umfangreiche Bibliothek besaß. Hier begegnet Mostböck in den Kunstbüchern den jüngeren Entwicklungen der europäischen Malerei – und entdeckt auch erstmals ein Werk über Zen, die japanische Richtung des Buddhismus, dessen Denken seine Arbeit in Hinkunft prägen sollte.

In den Jahren 1950 bis 1955 entstand auch die Künstlerfreundschaft zwischen Karl Mostböck und Josef Dobrowsky, der mehrmals seinen Sohn, der ebenfalls in den Steyr-Werken beschäftigt war, besucht und Mostböck kennenlernt. Gemeinsam malen sie regelmäßig vor der Natur. Auch Wilhelm Jenny, der Direktor des Oberösterreichischen Landesmuseums, begeisterte sich für die Arbeiten Mostböck`s.

1954 folgte die letzte Übersiedlung: in ein Hochhaus mit weitem Blick über Steyr und das Ennstal. Hier arbeitete der Künstler in einem kleinen Raum mit linksseitigem Lichteinfall auf den Zeichentisch. Dieser Platz ist umstellt von unzähligen seiner Werke, gerahmt oder in Mappen. Höhepunkt seiner noch kurzen künstlerischen Laufbahn war im Sommer 1954 seine erste Teilnahme am 3. Graphik-wettbewerb in Innsbruck, wo von hunderten Einsendungen 58 Blätter aus ganz Österreich ausgewählt wurden; die Jury bestand aus Künstlern und Kunstkritikern wie Werner Berg, Kurt Moldovan oder Jörg Mauthe. Und beim 4. Graphikwettbewerb gehörten „König David“ von Hans Fronius, der Holzschnitt „Mutter“ von Herbert Fladerer, das Kreideblatt „Landschaft mit Blumen“ von Margret Bilger, sowie die Aquarelle „Naher Frühling“ von Max Weiler und „Großstadtstraße“ von Karl Mostböck zu den herausragenden Arbeiten. Doch Mostböck löst sich in diesen Jahren von der gegenständlichen Darstellung. Im Dezember 1954 ehrte ihn das Oberösterreichische Landesmuseum mit einem Preis beim Graphikwettbewerb im Rahmen der Ausstellung „Junge Künstler Oberösterreichs“.

1955 erste Reise nach Paris. Paris wird für ihn, wie für viele Künstler seiner Generation, der erste lebendige Kontakt mit jener Kunst, die in Österreich und Deutschland in der Zeit des Nationalsozialismus verpönt, verfolgt und verboten gewesen war. In der Kunststadt Paris entwickelte sich seit den späten vierziger Jahren mit dem „Informel“ eine Stilrichtung, die mit dem amerikanischen „Abstrakten Expressionismus“ vergleichbar ist. Diese führte mit ihrer Malerei zu einer spontan-gestischen Kunst, die ihre Inspiration aus dem Unterbewusstsein, aus der Imagination empfing. „Die Bilder entstehen nicht aus dem Intellekt, sondern aus dem reinen Bewusstsein, das die Äußerlichkeiten zwar wiederspiegelt, aber nicht von ihnen abhängt, äußerte Karl Mostböck sich einmal. Prägend wurden Begegnungen mit den Werken von Jean Dubuffet und Jean Fautrier sowie den Künstlern der „Ecole de Paris“. Besonders die Begegnung mit den Werken von Francois Desnoyer, dem es gelang, Fauvismus und Kubismus zu verbinden, beeindruckte Mostböck. Bei einer Lithographie Ausstellung von Desnoyer in der Galerie Marcel Guiot traf Mostböck auf den Künstler, woraus eine langjährige Brieffreundschaft folgte.

1957 wurde Karl Mostböck Mitglied des Oberösterreichischen Kunstvereins, im Dezember des gleichen Jahres Gastmitglied in der Vereinigung für Künstler und Kunstfreunde MAERZ – und er reiste wieder nach Paris. 1958 erfolgt die große „Heerschau der Oberösterreichischen Künstler“ (Salzburger Nachrichten) u.a. mit Hans Breustedt, Vilma Eckelt, Alfered Kubin, Franz Zülow und Fritz Fröhlich. Im Juni 1960 nahm er an der Ausstellung der „Biennale Christlicher Kunst der Gegenwart“ in der Residenz Salzburg teil.