1971 – 1980

Traten bereits in den späten sechziger Jahren in Mostböck’s bildnerischer Weiterentwicklung neue Formöffnungsimpulse auf, so wird dieser Aspekt seines Kunstwollens im Verlauf der siebziger und achtziger Jahre noch weiter ausgebaut. Seine Farbspuren markieren nun in größerer Vielfalt der formalen Gestaltung den Malgrund an weiter auseinander liegenden Stellen. Mostböck operiert nunmehr mit der Spannung von Zwischenräumen – er löst sich immer mehr von der Form zugunsten einer über diese angesprochenen Erfahrung von immateriellen Raumwelten. Die Konzentration der Farbspuren in der Bildmitte wird aufgelöst, der Bildraum als Gesamtheit wird zur künstlerisch formulierten, gleichgewichteten Erfahrungskonzentration. Die konsequente Distanzierung von allen linienbezogenen Formulierungsmöglichkeiten markiert auch in diesem Zeitraum die individuelle Position der Kunst Karl Mostböck’s.

Überraschend stirbt 1972 sein Förderer und Mentor Herbert Lange, der jahrelang den Künstler am Aufbau seiner künstlerischen Anerkennung begleitet hat, um seinen Platz in der österreichischen Kunstgeschichte zu finden.

Einen Ausgleich von seinem anstrengenden, mit sehr viel Konzentration verbundenen Berufsalltag, sowie der täglichen Beschäftigung mit seiner Kunst, gewann Karl Mostböck durch die mit seiner Gattin durchgeführten Bergtouren, die sie oft in das nahe liegende Phyrn-Prielgebiet führten, wobei Skizzenbücher nicht fehlen durften. Einige dieser kleinen Büchlein mit den wunderschönen Aquarellen und Zeichnungen die noch vorhanden sind, zeugen von den Wanderungen durchs Stodertal.

1976 traf Karl Mostböck während einer Gemeinschaftsausstellung österreichischer Aquarellkünstler in der Steyrer Galerie Grüner den Maler und Grafiker Kurt Moldovan, der Mostböck‘s Bilder in der Ausstellung äußerst positiv beurteilte. Er vermittelte ihn an die Wiener Galerie Wührtle unter der Leitung der legendären Luise Kremlacek, wo er von 1978 bis 1986 seine Bilder in einer Dauerausstellung präsentieren konnte.

Ab 1977 regelmäßige Teilnahme an der „Art Basel“, sowie an der Kunstmesse „Art Washington“.

In seinen Aquarellen mit Tusche auf Seidenpapier, die ab 1977 entstanden, erweist sich Karl Mostböck bereits auf einem Höhepunkt seiner Entwicklung. Was er als richtig, seinem Wesen entsprechend und für ein offensichtlich diszipliniertes Talent als förderlich erkannt hatte, wurde zur Basis einer erfolgreichen Weiterentwicklung, die ihm im In- und Ausland viel Anerkennung und Wertschätzung brachte.

1978 erfolgt die Übergabe von 23 Aquarellen an die Graphische Sammlung der Albertina in Wien.

1979 Ausstellung im Staatsmuseum Luxemburg „Moderne Skulpturen aus Österreich“ mit Skulpturen von Avramidis, Bertoni, Göschl und Hrdlicka, umrahmt durch die wunderbare Aquarellausstellung aus dem Zyklus „Das Mädchen, die Freundinnen, sowie das Mädchen und der alte Mann“ von Karl Mostböck.

1980 endet das Dienstverhältnis von Karl Mostböck in der Steyr-Daimler-Puch AG. Er geht ab August 1980 in Pension.